Fragen und Antworten

Was ist eine Sekundarschule?

Die Sekundarschule in Nordrhein-Westfalen ist eine Schule für alle Schüler der Jahrgänge 5 bis 10.  Es müssen mindestens drei parallele Klassen gebildet werden – in Dülmen könnten es fünf bis sechs Klassen werden. Der Klassenrichtwert liegt bei 25 Schülerinnen und Schülern. Die Obergrenze in Klasse 5 liegt bei 29.

Die Sekundarschule kann alle Abschlüsse der Sekundarstufe I vergeben.

Mit dem entsprechenden Abschluss hat man Anspruch auf einen Platz in der kooperierenden gymnasialen Oberstufe vor Ort. Man kann aber auch eine andere Oberstufe besuchen. Für den Weg zum Abitur haben Sekundarschüler 13 Jahre Zeit (G9).

Auch Fachoberschulen, Berufsfachschulen, berufsbildende Schulen und betriebliche Ausbildungen stehen nach Erreichen der entsprechenden Abschlüssen offen.

Warum soll in Dülmen eine Sekundarschule entstehen?

Immer mehr Eltern wollen eine Schule des gemeinsamen Lernens. Bisher gibt es Dülmen keine entsprechende Schule. Eltern und Lehrer wollen ihre Kinder nicht bereits nach der 4. Klasse auf einen Bildungsweg festlegen. Sie wissen, dass Kinder nicht in allen Fächern gleich gut sind und sich auch nach der 4. Klasse noch ganz unerwartet entwickeln können. An der Sekundarschule muss kein Schüler sitzenbleiben oder wegen zu schlechter oder zu guter Leistungen die Schule wechseln.

Wer plant die neue Schule?

Die Sekundarschule wird geplant von der Stadt Dülmen – Fachbereich Bildung.

Eine Schule für alle - geht das überhaupt?

In vielen europäischen Ländern werden die Kinder nicht mehr nach Leistung auf unterschiedliche Schulformen verteilt. Auch in Deutschland gibt es mit der Grundschule und der Gesamtschule viele Beispiele dafür, dass unterschiedlich begabte Kinder sehr gut gemeinsam lernen können.

Wie geht die Sekundarschule darauf ein, dass die Kinder sehr unterschiedlich leistungsfähig sind – meist sogar von Fach zu Fach anders?

Der Anteil stärkerer und schwächerer Schüler soll in jeder Klasse ähnlich sein.

Von Anfang an gibt es Anforderungen auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen und für verschiedene Lerntypen.

In Klasse 6 wählen die Schüler nach Interesse und Begabung ein zusätzliches Hauptfach.

Im Laufe der Schulzeit werden die Schüler in immer mehr Fächern Erweiterungs- oder Grundkursen zugeordnet. Die Anforderungen zwischen diesen Kursen gehen zwar immer weiter auseinander, doch bleibt ein Wechsel zwischen ihnen bis zum Ende der 9. Klasse möglich. Der tatsächliche Schulabschluss steht dann zum Ende erst fest!

Wie arbeiten die Schüler im Unterricht?

Arbeit im Klassenverband, in Gruppen und Teams wechseln einander ab. Die Gestaltung der Räume machen das möglich. Dabei werden eine Vielfalt von Lernangeboten für alle Bildungsstandards vorgehalten. Durch  kooperatives Lernen und vielfältige andere Methoden wird die Unterschiedlichkeit der Kinder als Chance genutzt. Mehr gemeinsame Zeit in der Schule ermöglicht den weitgehenden Verzicht auf Hausaufgaben. In Stunden des „selbstgesteuerten Lernens“ wird nicht nur Gelerntes  wiederholt, vertieft und  erweitert, sondern auch Neues erarbeitet. Schüler entscheiden über ihr eigenes Lerntempo und den Schwierigkeitsgrad. Unter Anleitung der Lehrer übernehmen sie zunehmend Verantwortung für den eigenen Lernprozess.

Wie werden die unterschiedlichen Schulabschlüsse vergeben?

Ab Klasse 9 erhalten die Schüler Prognosen über den zu erwartenden Abschluss, können ihn aber noch bis zum Ende der Schulzeit verändern.

Der Abschluss hängt von der Anzahl der Erweiterungskurse und von allen erreichten Noten ab, wobei das Wahlpflichtfach eine besondere Bedeutung hat.

Wie sorgt die Schule dafür, dass die Schüler und Lehrer sich wohlfühlen können?

In überschaubaren Jahrgangsteams kennt jeder jeden. Jede Klasse hat zwei Klassenlehrer und möglichst wenig wechselnde Fachlehrer. Durch Unterrichtsstunden von mindestens 60 Minuten wird eine ruhigere Atmosphäre hergestellt. In wöchentlichen Klassenratsstunden kann das Zusammenleben gemeinsam besprochen und gestaltet werden.

Im Ganztag gibt viele Möglichkeiten, nicht nur zusammen zu lernen, sondern auch zusammen zu spielen, zu essen und neue Interessen zu finden.

Wie arbeiten die Lehrer zusammen?

An Sekundarschulen gibt es Hauptschul-, Realschullehrer, Gymnasial- und Förderschullehrer. Sie arbeiten in Jahrgangsteams zusammen mit Sozialpädagogen und Integrationsbegleitern. Durch eigene Lehrerzimmer für jedes Jahrgangsteam wird die Zusammenarbeit gefördert. Dienstagnachmittags ist Zeit für Konferenzen und Teambesprechungen, in denen Jahrespläne, konkrete Unterrichtsprojekte, Rituale und Regeln erarbeitet und die Situation der Lerngruppen besprochen werden.

Klassenraumtüren stehen offen. Durch regelmäßige, systematische Rückmeldungen durch die Schüler lassen die Lehrer ihren Unterricht hinterfragen. Coaching und bedarfsgerechte Fortbildungen sorgen für Professionalisierung und Weiterentwicklung.

Wie sieht die Woche eines Schülers an der Sekundarschule aus?

Als Ganztagsschule dauert der Schultag montags, mittwochs und donnerstags bis nachmittags. Dienstags und freitags endet der Unterricht mittags.

Neben den normalen Unterrichtsfächern stehen auf dem Plan Stunden für selbstgesteuertes Lernen, Mittagsfreizeiten, eine Klassenratsstunde und Arbeitsgemeinschaften.

An den Tagen ohne Nachmittagsunterricht gibt es ein Betreuungsangebot.

Wie sieht das pägagogische Raumkonzept aus?

Die Klassenräume eines Jahrgangs sind jeweils benachbart. Sie haben Ablagesysteme für Lernmaterialien und Schülerarbeiten und sind so möbliert, dass ein Wechsel zwischen Klassen-, Gruppen-, Partner und Einzelarbeit schnell möglich ist. Dazu gehören für jeden Jahrgang auch zusätzliche Differenzierungsräume. Es ist für viele unterschiedliche Möglichkeiten zur Vorstellung und Ausstellung von Arbeitsergebnissen gesorgt.

Für jeden Jahrgang gibt es ein Teamlehrerzimmer mit Arbeitsplätzen. Die Voraussetzungen für die intensive Arbeit mit neuen Medien sind gegeben.

Weitere Informationen zum Raumkonzept und zum Schulgebäude finden sie hier:

Pädagogisches Raumkonzept und Schulgebäude

Gibt es Hausaufgaben?

Hausaufgaben müssen in Ganztagsschulen in das Ganztagskonzept integriert werden, so dass möglichst keine Aufgaben mehr für zu Hause bleiben. Vokabellernen und kleine Aufgaben zur Vorbereitung von Unterricht werden natürlich auch an der Sekundarschule notwendig sein.

Wie erfolgt die Beurteilung der Schüler?

Bei der Leistungsbeurteilung steht das Lernen im Mittelpunkt. Sie dokumentiert den individuellen Lernfortschritt auch im Hinblick auf personale und soziale Kompetenz und zeigt Entwicklungs- und Fördermöglichkeiten auf.

Für die Dokumentation der Lern- und Persönlichkeitsentwicklung, die individuelle Förderung im Unterricht und die gemeinsame Kommunikation wird u.a. die Lernplattform genutzt. Eltern können sich dort ein Bild über Leistung und Verhalten ihrer Kinder machen.

Gibt es eine besondere Ausrichtung der Schule?

Das menschliche Miteinander soll einen Schwerpunkt bilden.

Der verantwortungsvolle, selbstverständliche Umgang mit den neuen Medien wird in allen Fächern praktiziert. Der Medienpass NRW wird genutzt, eine Lernplattform wird im Unterricht eingesetzt und über die Einbeziehung von Tablets für jeden wird nach Gründung der Schule mit der Schulgemeinde entschieden.

Weitere Schwerpunkte der Schule ( z.B. im künstlerisch-musischen, im sportlichen, im sprachlichen Bereich, im Bereich Gesellschaftslehre oder im MINT-Bereich) werden sich nach dem Bedarf und nach den Möglichkeiten der Lehrer und der kooperierenden Vereine richten.

Welche AG´s werden angeboten?

Das AG-Angebot richtet sich nach den Möglichkeiten der Lehrer und der kooperierenden Vereine.

Gibt es Kooperationen mit Schulen im Ausland und einen Schüleraustausch?

Über das Fremdsprachenkonzept wird noch entschieden. Bestehende Kooperationen der Haupt- und Realschule werden möglichst weiter gepflegt und ggf. neue aufgebaut.

Gibt es Kooperationen mit ortsansässigen Firmen zur Berufsorientierung?

Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern – nicht nur zur systematischen Berufsorientierung – wird ein wichtiges Element der Sekundarschule sein. Vorhandene Möglichkeiten in Dülmen werden dazu genutzt und erweitert.

Wie sieht das Lernmaterial einer Sekundarschule aus?

In der Sekundarschule werden in der Regel Schulbücher eingesetzt, die auch für die Gesamtschule zugelassen sind. Diese Werke haben zum großen Teil schon Aufgaben auf unterschiedlichem Niveau und sind auch auf Tablets verfügbar. Darüber hinaus werden Möglichkeiten der Lernplattform und selbst erstellte Materialien verwendet.

Wann ist Schulschluss, und fahren dann auch Schulbusse?

An den langen Tagen ist gegen 16 Uhr Unterrichtsschluss. An den beiden kurzen Tagen endet der Unterricht spätestens gegen 13:30 Uhr. Daran schließt sich bis etwa 16 Uhr ein Betreuungsangebot in der Schule an.

Zu den Anfangs- und Endzeiten fahren natürlich Schulbusse.

Wann kann ich meine Tochter oder meinen Sohn anmelden?

Die Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen finden im Zeitraum vom 02.02. bis 16.03.2018 statt. Alle betreffenden Eltern werden im Januar 2018 über den genauen Zeitraum informiert.